Jella Oppenheimer an Ferruccio Busoni arrow_backarrow_forward

Rom · 13. März 1913

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Mus.ep. J. Oppenheimer 16 (Busoni-Nachl. B II)Mus.Nachl. F. Busoni B II, 3447
Rom den 13.3.1911

Mein lieber, verehrter Freund,

Heute nur kurzen aber darum um so herzlicheren Gru ss, unmittel-
bar nach Eintreffen Ihres lieben, aber leider traurigen Briefes. Nicht im Busoni-Nachlass überliefert. Nein,
Sie dürfen nicht krank sein, wenigstens kann ich den Gedanken
nicht ertragen und die Vorstellung, dass auch Sie unter Depression
gelitten haben, schmerzt mich. Gott sei Dank – es ist über-
wunden und ich sehe Sie wieder mit frischer Kraft an der
Arbeit, denn ohne diese giebt es für Sie kein volles Leben!

Nichts konnte mich mehr überraschen, als, dass Sie sich mit
dem Gedanken tragen Berlin zu verlassen. Ich ahne die Gründe
nicht und sehne mich darüber wie über so vieles andere mündlich
zu sprechen. Wann das wohl sein wird? Wenn nicht früher,
ist es mir vielleicht möglich nach Basel zu kommen; es lässt
sich heute nicht bestimmen, ich wei ss vorläufig nichts als,
dass es mein inniger Wunsch ist Sie in Ruhe zu sehen.

Ihr Brief sagt nicht, ob Sie die Concerte in Mailand und
Rom aufgegeben haben; wie dem auch sei ich werde nichts
davon genie ssen, weil ich am 26. nach Hause muss. Ich
scheide schwer von diesem Götterland, aber dankbaren Herzens!


Alle guten Wünsche für Ihr Wohl, teurer Freund und
Liebes an Frau Gerda von Ihrer

Rom, den 13.3.1911

Mein lieber, verehrter Freund,

Heute nur kurzen aber darum um so herzlicheren Gru ß, unmittelbar nach Eintreffen Ihres lieben, aber leider traurigen Briefes. Nicht im Busoni-Nachlass überliefert. Nein, Sie dürfen nicht krank sein, wenigstens kann ich den Gedanken nicht ertragen und die Vorstellung, dass auch Sie unter Depression gelitten haben, schmerzt mich. Gott sei Dank – es ist überwunden und ich sehe Sie wieder mit frischer Kraft an der Arbeit, denn ohne diese gibt es für Sie kein volles Leben!

Nichts konnte mich mehr überraschen, als dass Sie sich mit dem Gedanken tragen, Berlin zu verlassen. Ich ahne die Gründe nicht und sehne mich darüber wie über so vieles andere mündlich zu sprechen. Wann das wohl sein wird? Wenn nicht früher, ist es mir vielleicht möglich nach Basel zu kommen; es lässt sich heute nicht bestimmen, ich wei ß vorläufig nichts, als dass es mein inniger Wunsch ist, Sie in Ruhe zu sehen.

Ihr Brief sagt nicht, ob Sie die Konzerte in Mailand und Rom aufgegeben haben; wie dem auch sei, ich werde nichts davon genie ßen, weil ich am 26. nach Hause muss. Ich scheide schwer von diesem Götterland, aber dankbaren Herzens!

Alle guten Wünsche für Ihr Wohl, teurer Freund und Liebes an Frau Gerda von Ihrer

                                                                
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S. H.
Roma
15
3-13
12
(Centro)
Germania
Oppenheimer Herrn Ferruccio Busoni
Roma
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(Centro)
Victoria Luisenplatz 11
W. 30
Berlin
                                                                
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Dokument

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Überlieferung
Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 3447 | olim: Mus.ep. J. Oppenheimer 16 |

Nachweis Kalliope

Zustand
Der Brief ist gut erhalten.
Umfang
1 Blatt, 2 beschriebene Seiten
Hände/Stempel
  • Hand des Absenders Jella Oppenheimer, Brieftext in lilafarbener Tinte, in lateinischer Schreibschrift
  • Hand des Archivars, der mit Bleistift die Signaturen eingetragen, eine Foliierung vorgenommen und das Briefdatum ergänzt hat
  • Hand des Archivars, der die Zuordnung innerhalb des Busoni-Nachlasses mit Rotstift vorgenommen hat
  • Bibliotheksstempel (rote Tinte)
  • Hand von Gerda Busoni, die auf der Rückseite den Absendernamen notiert hat
  • Poststempel (schwarze Tinte)
Bildquelle
Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz: 1 • 2

Incipit
„ Mein lieber, verehrter Freund, Heute nur kurzen aber darum um so herzlicheren Gruß, unmittelbar nach Eintreffen Ihres lieben, aber leider traurigen Briefes. “

Inhaltlich Verantwortliche
Christian Schaper Ullrich Scheideler
bearbeitet von
Stand
27. August 2026: in Bearbeitung (in der Erfassungs-/Codierungsphase)
Stellung in diesem Briefwechsel
Vorausgehend Folgend
Benachbart in der Gesamtedition